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18.06.2011

Werther muss Satzung erst noch erarbeiten

Expertin beantwortet Fragen zur Dichtigkeitsprüfung von Kanälen

Kommt die Dichtheitsprüfung oder nicht? Was wird genau unter die Lupe genommen und welche Kosten kommen auf Grundstückseigentümer zu? Diese und andere Fragen hat Dagmar Philipps von der Stadt Bielefeld beim CDU-Infoabend am Donnerstag im Haus Werther ausführlich beantwortet.

Sehr kontrovers wird die Dichtigkeitsprüfung derzeit landauf, landab diskutiert. Das Gesetz, wonach Grundstückseigentümer die Dichtigkeit der verlegten Kanäle bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nachweisen müssen, sorgt für Verunsicherung.

 

Ergänzende Regelungen könne jeweils die örtliche Entwässerungssatzung treffen, sagte Dagmar Philipps. Eine solche liege in Werther derzeit noch nicht vor. Nach Auskunft der Stadt Werther wurde ein Auftrag zur Erstellung eines so genannten Fremdwasserkonzeptes bereits erteilt und erste Messungen durchgeführt. Aufgrund der Witterungssituation (Trockenheit) sei dieses noch nicht aussagekräftig. Weitere Messungen seien erforderlich. Anhand des Konzeptes könne die Stadt einen Satzungsbeschluss mit Festlegung der Fristen erarbeiten. Bis dahin liege voraussichtlich das Ergebnis der Klärung auf Landesebene vor, das einbezogen werden kann, gab Dagmar Philipps die Worte von Bürgermeisterin Marion Weike wieder.

 

Nachgefragt wurde, ob es Ausnahmen von den im Gesetz genannten Fristen gibt. »Nach dem jetzigen Stand muss in Wasserschutzgebieten die Prüfung bis 2015 erfolgt sein. In Nicht-Wasserschutzgebieten ist der letzte Termin das Jahr 2023.« In Werther gibt es zwei Wasserschutzgebiete. »Da in diesen nicht so viele Wohnhäuser stehen, können wir mit der Satzung noch warten, bis die Landesregierung es entschieden hat«, erläuterte Ulrich Buchalla, Fraktionsvorsitzender der Wertheraner CDU, den Zuhörern. Dagmar Philipps erläuterte, dass unterirdische Leitungen geprüft werden müssen, die bis zur Grundstücksgrenze reichen, wobei Regenwasserkanäle außen vor seien. Sie erläuterte, welche Auswirkungen Risse im Abwasserkanal haben könnten. »Abwasser kann austreten und im Trinkwasserbrunnen landen. Im schlimmsten Fall hat man dann E-Coli-Keime im Trinkwasser. Solche Fälle hatten wir bereits in Bielefeld.« Umgekehrt könne durch beschädigte Kanäle auch Grundwasser in die Abwasserleitungen eintreten. »Die durch die Fremdwasserzufuhr bedingte Verdünnung des Abwassers wirkt sich negativ auf die Reinigungsleistung in der Kläranlage aus und verursacht gegebenenfalls durch höheren Schadstoffaustrag eine Gewässerverunreinigung«, sagte sie.

 

Überprüfung durch Kamera-Abfahrung oder lieber per Druckprüfung? Zu den beiden gängigen Methoden sagte sie: »Bei der Kamerabefahrung muss eine Familie, die in einem Einfamilienhaus lebt, mit etwa 500 Euro rechnen, bei einer Druckprüfung mit 200 und 300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.«

 

 

 

Die Referentin unterstrich, dass die Prüfung nur von Sachkundigen vorgenommen werden dürfe und verwies auf die Homepage www.sadipa.it.nrw.de, auf der eine entsprechende Liste aufgeführt sei. Angebot und Nachfrage regelten ganz normal den Preis. Philipps gab den Tipp: »Um Kosten zu sparen, können sich Nachbarn auf einen Termin einigen. Dann muss der Anfahrtsweg nur einmal gezahlt werden.«

aktualisiert von Team Werther, 22.06.2011, 10:55 Uhr
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