CDU Stadtverband | Werther
 
Pressespiegel
17.03.2010, 11:00 Uhr | Haller Kreisblatt/Anja Hanneforth Übersicht | Drucken
Wo, wann, für wie viel?

Eigentlich ging es gut los für die Vereine. Bürgermeisterin Marion Weike führte aus, wie es gelingen könnte, in den nächsten Jahren sowohl in Häger als auch in Langenheide einen Kunstrasenplatz zu errichten und auch die Umkleiden am Meyerfeld zu sanieren. Bis sich Karl-Hermann Grohnert (CDU) zu Wort meldete. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so leise wurde es plötzlich in den Zuschauerrängen.


Denn was er zu sagen hatte, war nicht das, was die Vereine hören wollten: „Wir reden hier von Investitionen von mehr als einer Million Euro. In Zeiten, da der Stadt das Wasser bis zum Hals steht. Allein in diesem Jahr müssen wir einen Fehlbetrag von über zwei Millionen Euro ausweisen und haben große Probleme, nicht in die Haushaltssicherung zu kommen.” Ein oder gar zwei Kunstrasenplätze für Werther? - Die Politik steht vor einer ganz schwierigen Entscheidung.

Zweieinhalb Stunden dauerte die Aussprache im Sportausschuss. Kaum ein Aspekt, der nicht abgeklopft wurde. Um die Mittel aus dem Konjunkturpaket ging es, welchen Platz man zuerst für wie viel Geld bauen könnte, was dies die Stadt kosten würde, wie sich die Vereine einbringen könnten, Finanzierungsmöglichkeiten, Darlehen, Zinsen, Tilgung, Laufzeiten, Abschreibung - Politikern und Zuhörern rauchten die Köpfe.

Alle Vereine waren mit ihren Vorsitzenden anwesend, Reinhard Schmidt vom SV Häger war ebenso gekommen wie Eckhard Lohmann vom TuS Langenheide und Ulrich Diekhaus vom BV Werther, dazu weitere Mitglieder und Vertreter anderer Vereine. Wer von ihnen dachte, an diesem Abend würde eine Vorentscheidung fallen, sah sich enttäuscht; es lässt sich noch nicht einmal sagen, in welche Richtung die Fraktionen tendieren.

Fest stehen lediglich zwei Dinge: dass es teuer wird - und eine diffizile Sache. „Denn wir müssen uns doch nicht fragen, was wir wollen - sondern was wir können”, brachte es Ausschussvorsitzender Jürgen Wächter (CDU) auf den Punkt. Die Politik sähe sich hier einem echten Gewissenskonflikt gegenüber. Der Bedarf eines Kunstrasenplatzes sowohl in Häger als auch in Langenheide sei unbestritten. Das betonten alle Fraktionen ausdrücklich. Allerdings nahm auch niemand ein Blatt vor den Mund, was die prekäre Haushaltslage angeht. Zwei Kunstrasenplätze zu finanzieren wäre, so hat es die Verwaltung vorgerechnet, durchaus möglich. Einer im Wesentlichen aus Mitteln des Konjunkturpakets, der andere über die Sportpauschale. Hierbei handelt es sich um Landesmittel in Höhe von 40.000 Euro jährlich, die für Investitionen im Sportbereich vorgesehen sind. Das Freibad ist saniert, die Anlage Meyerfeld gut in Schuss, man könnte das Geld also heranziehen - wenn man sich denn die nächsten 20 Jahre festlegen will.

Genau darüber wird die Politik nun befinden müssen. 20 Jahre, davor warnte nicht nur Hannes Lindemann (SPD), sei eine lange Zeit, in der andere Sportinvestitionen auf Eis gelegt werden müssten. Und was wäre, wenn das Land die Pauschale zwischenzeitlich wieder abschafft? Konträr wurde auch diskutiert, ob man so viel Geld ausschließlich in den Fußball stecken sollte. Zwar waren sich die Politiker der sozialen Verantwortung bewusst, die speziell die Fußballvereine bei der Integration Jugendlicher leisten würden. „Aber es gibt auch noch andere Sportarten in Werther”, gab Karl-Hermann Grohnert zu bedenken. Sein Parteikollege Ulrich Buchalla wehrte sich gegen die Forderung der Vereine nach einer verbindlichen Zusage zur Realisierung eines Kunstrasenplatzes für 2012, sollte es im ersten Anlauf nicht klappen. „Eine solche Zusage können wir nicht geben, denn wir wissen doch gar nicht, wie sich die Haushaltslage in den nächsten Jahren entwickelt.”

Marlene Kuhlmann (Grüne) pflichtete bei: „Uns wäre wohler, wir würden erst mal über einen Platz entscheiden und nicht schon den zweiten versprechen.” Hannes Lindemann bekräftigte: „Wenn wir einen Kunstrasenplatz bauen - egal wo - erhöhen wir die Kapazitäten um 100 Prozent. Der neue Platz würde sowohl von Häger als auch von Langenheide genutzt. Hier erwarte ich von den Vereinen ein Umdenken - und eine gute Zusammenarbeit.”

Die nächsten Tage und Wochen werden Politik und Vereine nun zur weiteren Beratung und Ausarbeitung von Details nutzen. Eine endgültige Entscheidung fällt der Sportausschuss am 3. und der Rat am 20. Mai.


aktualisiert von Team Werther, 17.03.2010, 11:07 Uhr

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