CDU Stadtverband | Werther
 
Pressespiegel
21.08.2009, 16:01 Uhr | Westfalen-Blatt Übersicht | Drucken
Wo sind die Ideale der SPD?

Die Kritik an der Politik der Grünen durch einen Wertheraner Bürger in einem Leserbrief will der ehemalige Grünen-Ratsherr Christopher Gess nicht auf der Partei sitzen lassen. Er schreibt (aus Berlin):


"Mit einiger Wut im Bauch habe ich den Leserbrief von Herrn Classen gelesen. Auch nach mehr als zwei Jahren, die ich nun nicht mehr in Werther wohne, verliere ich noch so manchen Gedanken an die politische Situation in meiner Heimatstadt und an meine Erfahrungen im Stadtrat. Auch mit zeitlichem und räumlichem Abstand ärgert mich das Verhalten der Bürgermeisterin und der SPD-Fraktion sehr.

Es soll den Grünen nun ein Strick daraus gedreht werden, dass sie sich gegen Frau Weike als Bürgermeisterin aussprechen. Auch wenn ich an der Entscheidungsfindung der Grünen nicht beteiligt war und bin: Ich hätte mich genauso entschieden. Mir ist in der Tat ein Bürgermeister lieber, der eine andere politische Meinung vertritt als ich, dafür aber meinen Argumenten gegenüber aufgeschlossen ist. Er mag in seinem Abstimmungsverhalten für andere Positionen eintreten, aber er muss das auf sachlichem, fundierten und vor allem auf aufrichtige Art und Weise tun. Frau Weike tat das nicht.
Statt gute Ideen für Werther zu entwickeln, statt partnerschaftlich mit Ratsmitgliedern nach Lösungen für Probleme zu suchen, stand bei Frau Weike immer nur eines im Vordergrund des Handelns: Machterhalt. Ihr war es wichtiger, von wem ein Vorschlag eingebracht wurde als ob dieser Vorschlag sinnvoll ist. Themen, die ihr nicht lieb waren, hat sie einfach aufgeschoben. Sie hat hinterrücks auf die Protokolle von Ausschüssen eingewirkt und Menschen gezielt unter Druck gesetzt. Leider sieht man solche Dinge nur, wenn man nah genug dran ist.

Ein Beispiel, das mir nach wie vor viel bedeutet: Weil Frau Weike sich aus politischen Gründen nicht gegen meinen Vorschlag zu mehr Jugendbeteiligung an den Entscheidungsprozessen in Werther aussprechen konnte, hat sie das weitere Verfahren einfach liegengelassen. Bis die Verwaltung einen Vorschlag zur Einbindung von Jugendlichen erarbeitet hatte, waren fast 18 Monate vergangen - Ergebnis: Fehlanzeige.
Noch schlimmer bei der Wirtschaftsförderung. Weil das Thema von »der falschen Seite« auf den Tisch gebracht wurde, hat man es bekämpft. Vollkommen ohne jede Kreativität wurde als Notnagel eine Beteiligung an der Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Gütersloh von ihr vorangetrieben. Was hat das für Werther gebracht? Nichts.

Und noch ein Beispiel, weil Hundewiesen angesprochen wurden. Ich bin bereits im Jahr 2000 als naiver Schüler zu Frau Weike gegangen und habe eine Hundewiese vorgeschlagen. Sie hat sich meinen Namen und meine Telefonnummer aufgeschrieben. Passiert ist: nichts. Dann 2008 gab es eine Anregung diesbezüglich von Bürgern. Sie wurde verwiesen an die Verwaltung. Passiert ist: nichts.

Über eine politische Vision für Werther ist bei Weike nie etwas zu sehen gewesen. Dabei war Werther 1999 eine Vorzeigekommune für ökologische Politik, für herausragende Bauplanung und eine Stadt mit vielen Menschen, die sich in die Politik einbringen wollten. Was ist daraus geworden? Wir sehen heute eine Stadt, in der von der Politik wenig bis keine Impulse mehr ausgehen.

Statt die Grünen also in die Nähe der CDU zu rücken, sollte man sich fragen, wo die politischen Ideale der SPD geblieben sind. Irgendwann zwischen 1999 und heute müssen sie verloren gegangen sein."

aktualisiert von Team Werther, 04.11.2011, 19:11 Uhr

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