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21.11.2008

Mensa: Zur Kostenexplosion keine Rundumschläge!

Zu dem unhaltbaren Sammelsurium von Vorwürfen, die die SPD nun erhebt, fragen wir wohl zu Recht nach der Gesprächskultur in Werther! Da wird Öl ins Feuer geschüttet. Die CDU-Fraktion hatte das Mensa-Thema bewusst zurückgestellt, weil der Kipps Krug die Öffentlichkeit genug beschäftigte, aber nun ist eine Stellungnahme von Ulrich Buchalla als Fraktionsvorsitzendem unausweichlich.

Werther - Die CDU- Fraktion hat im August zweimal Einsicht in verwaltungsinterne Unterlagen genommen, um der gewaltigen Kostensteigerung auf den Grund zu gehen. Immerhin gab es eine Verteuerung in drei Stufen:
- Zunächst wurde verwaltungsintern „nach fachtechnischen Gesichtspunkten“ ein Parallelbau mit 160.000 Euro Gesamtkosten geplant. Auf dieser Kostengrundlage wurde dann Herrn Daum, einem von lediglich drei angeschriebenen Architekten, ein Architektenauftrag erteilt.
- Nach Fehlplanungen für einen Parallelbau oder die Aufstockung des Erstklässlertraktes setzte er den jetzt eigenständigen Bau mit 265.000 Euro an.
- Inzwischen kostet die Grundschulmensa 410.000 Euro, eine Steigerung um über 50 Prozent!.

Nach Durchsicht der Akten hatte die Fraktion zahlreiche Fragen, die von der Bürgermeisterin unvollständig und nicht zufriedenstellend beantwortet wurden. Unklar ist nach wie vor
- wie sich die Kostensteigerungen im Detail zusammensetzten,
- wie sich die Kosten auf die vorausgegangenen Planungen (fehlgeplante Aufstockung und Parallelbau) auswirkten und
- warum die Politik erst verspätet von den Kostensteigerungen erfuhr.

Unser Eindruck ist, dass der Architekt in seinen Kostenschätzungen völlig daneben gelegen hatte und von der Verwaltungsspitze unzureichend kontrolliert wurde. Die Erweiterung der Küche von 20 auf 32 Quadratmeter schlug nicht mit 5.000, sondern mit 30.000 Euro zu Buche. Der erste Betrag, so Frau Weike, sei die Antwort auf eine mündliche Vorabanfrage beim Architekten gewesen. Die spätere Berechnung habe eben zu einem anderen Ergebnis geführt.

Keine schlüssige Erklärung hat die Verwaltungsspitze auch dafür, warum die Politik nicht schon am 12. Juni darüber informiert war, dass die Kosten auf 327.000 Euro klettern würden. In den tatsächlichen Ausschreibungsergebnissen liefen sie dann ganz aus dem Ruder.

Eine von der Politik zur stärkeren Kosteneinsparung geforderte Verkleinerung der Fensterflächen fand überhaupt keine Berücksichtigung. Dies hatte der Architekt nach Aktenlage auch zugesichert, aber diese Zusicherung wurde aus nicht erkennbaren Gründen nicht eingehalten.

Völlig unbeantwortet blieb auch die Frage, warum der Architekt erst zugesagt hat, die Holzverkleidung kostenneutral durch einen Außenputz ersetzen zu können und das Dach mit Ziegeln anstatt mit Blech zu decken und nun doch erhöhte Kosten geltend macht.

Aufgefallen ist auch, dass in der Planungsphase oftmals keine Vergleichsangebote von Fachfirmen und Büros eingefordert wurden. Und warum der Architekt keine gesonderte Position für Unvorhergesehenes auswies, bleibt ebenfalls (s)ein Geheimnis.

Keine nachvollziehbare Erklärung fanden wir auch dafür, warum der Architekt nicht unmittelbar nach dem Ratsbeschluss vom 27. Februar mit den Ausschreibungen begonnen hatte, sondern erst ganze vier Monate später! Dabei war angeblich alles so dringlich gewesen, dass sogar eine Bedarf-Sondersitzung der Politik in den Ferien einberufen wurde.
Es steht zu hoffen, dass sich derartige Fehlplanungen nicht wiederholen. Uns haben sie Frust, Zeitverlust und aufgestauten Ärger gebracht.

aktualisiert von Team Werther, 21.11.2008, 22:43 Uhr