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07.03.2008 | J. Grunewald

Rathaus-Sanierung gegen OGS-Mensa

Die Absicht, das Rathaus und die davor aufgestellte Böckstiegel-Skulptur umzugestalten, hat eine Bürgerin aufgebracht. Ihren Unmut hat sie in einem Leserbrief an eine Tageszeitung niedergeschrieben. Zwar kann man das eine nicht gegen das andere ausspielen, in diesem Fall die Sanierung gegen die OGS-Küche, aber provokant ist der Schlusssatz der Schreiberin dennoch: Den Politikern müsse nämlich klar werden, schreibt die Wertheranerin, dass "nicht sie, sondern wir Bürger die Stadt Werther sind".

Die Mutter eines Zweitklässlers hatte die Diskussion um die Mensa der Grundschule verfolgt. Allerdings besucht ihr Kind nicht die OGS. Für 600.000 Euro, meint sie, könne eine Mensaküche „neun Jahre lang gesundes, ausgewogenes und frisch zubereitetes Essen anbieten“. Imagepflege bestehe nicht in der optischen Aufwertung des Rathauses, sondern wenn eine Stadt etwas für ihre Bürger und speziell für ihre Kinder tut. Das Rathaus-Projekt sei nur einigen wenigen Bürgern wichtig, werte das Leben in Werther aber in keiner Weise auf.

Nun findet die Schreiberin des Leserbriefes leider, dass die Bürger „zu so etwas mehr mit ins Boot genommen und befragt“ werden müssten – denn das versteht sie unter Demokratie. Da wäre man wieder bei ihrem Schlusssatz, der oben zitiert wurde: Nicht die Politiker, sondern die Bürger seien die Stadt Werther. Im Hinblick auf die nächste Kommunalwahl darf man nur hoffen und sollte man darauf hinarbeiten, dass diese Haltung nicht Schule macht.

aktualisiert von Team Werther, 07.03.2008, 15:44 Uhr