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19.11.2011, 23:34 Uhr | Haller Kreisblatt/ANJA HANNEFORTH
Künftig keine dicke Luft mehr
Stadt Werther will mit neuer Regelung die Zahl der Osterfeuer in Werther erheblich verringern
51 Osterfeuer brannten 2011 in Werther, in Spitzenzeiten waren es sogar schon mal an die 80: Zu viel, findet die Stadt. In Zeiten, wo Klimawandel, Schadstoffausstoß und Feinstaubbelastung immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückten, sei eine großzügige Handhabung von Osterfeuern nicht mehr zeitgemäß. Deshalb soll eine neue Regelung her, um die Zahl zu verringern. Mit Gebühren oder Verboten. 
Die Verwaltung wird nun einen Entwurf erarbeiten, der in einer der nächsten Planungsausschuss-Sitzungen beraten wird. Am Dienstag stritten im Planungsausschuss die Ratsvertreter darüber, inwieweit es sich bei den Osterfeuern um einen schönen Brauch oder um eine preisgünstige Entsorgung von Gartenabfällen handelt. Fakt ist, dass das kleine Werther zu den Großen bei der Osterfeuerzahl gehört. „Wir stehen an dritter Stelle im Kreis Gütersloh“, bilanziert Umweltbeauftragter Werner Schröder. Das Gros der Osterfeuer würde von Privatleuten angezündet, maximal fünf Feuer seien öffentlich zugänglich. An erster Stelle natürlich die Veranstaltungen in Häger und Langenheide.

Alle Feuer in Werther müssten angemeldet werden. Mitarbeiter von Ordnungsamt und Umweltbüro würden in den Tagen vor oder an Ostern selbst kontrollieren, dass auch alles mit rechten Dingen zugeht. „Aber schwarze Schafe, die ein Feuer anzünden, ohne dieses angemeldet zu haben, gibt es kaum“, sagt Schröder. In Zukunft möchte er die Menge der Osterfeuer deutlich reduzieren.

Das bedeute nicht, dass die Gartenbesitzer auf ihrem Strauchschnitt sitzen bleiben. In diesem Jahr hat die Jugendfeuerwehr den Astschnitt abgeholt und ihn nicht wie sonst zu einem der großen öffentlichen Feuer nach Häger oder Langenheide gebracht, sondern zum alten Klärwerk am Speckfeld.

Dort wurde das Material gehäckselt und zu den Stadtwerken Bielefeld gefahren. 100 Kubikmeter, die in einer Holzhackschnitzelheizung thermisch verwertet wurden. „Was umgerechnet vier Haushalten die ganzjährige Versorgung mit Strom und Wärme ermöglicht“, sagt Schröder. Auch 2012 soll es wieder eine solche Sammlung geben. Er hatte Beispiele mitgebracht, wie andere Kommunen mit privaten Osterfeuern verfahren: Die Stadt Halle nehme für die Anmeldung eine Gebühr von 51 Euro. „Dadurch ist die Zahl der Feuer stark gesunken“, so Schröder. In Bielefeld würden 35 Euro pro Feuer erhoben, dort habe man in diesem Jahr lediglich 24 so genannte „historische Feuer“ zugelassen. Private Feuer seien in Bielefeld seit 2009 aus immissionsschutzrechtlichen Gründen verboten.

Klar gegen eine Neuregelung beim Abbrennen der Osterfeuer war Reinhard Kreft von der UWG. „Ich kenne es so, dass auf vielen kleinen Höfen ein Osterfeuer angezündet wurde. Das ist Tradition. Nicht das aufgepropfte Brauchtum in Häger und Langenheide.“ Ähnlich die CDU: „Osterfeuer sind eine tolle Tradition, es ist einfach nett, einmal im Jahr mit der Familie, Nachbarn oder Freunden eins anzustecken“, sagt Jürgen Wächter. Probleme mit zu viel Rauch oder Schadstoffen in der Luft sieht er nicht, nur dann, wenn verbrannt wird, was nicht verbrannt werden darf. Eine Gebühr zu erheben, hält er für unangemessen: „Die Bürger sind schon finanziell genug belastet.“

Das sieht Jan-Holm Sussieck von der FDP ganz anders: „Wer findet, dass ihm das Abbrennen eines Osterfeuers so wichtig ist, kann auch eine Gebühr dafür zahlen.“ Johannes Lindemann von der SPD geht noch einen Schritt weiter. Er betonte, dass man dem Klimawandel und dem Klimaschutz Rechnung tragen müsse. „Richtig dicke Luft – die möchte ich mir und anderen ersparen.“ Im Münsterland, so Lindemann, sei nur ein einziges Osterfeuer pro Ort gestattet.

Am Ende sprach sich die deutliche Mehrheit von SPD, Grünen und FDP für eine Neuregelung in Sachen Osterfeuer aus. Dagegen stimmten CDU und UWG, zwei Ratsvertreter enthielten sich.
aktualisiert von Team Werther, 19.11.2011, 23:41 Uhr