FDP-Wahlplakate abgerissen
Die FDP ist verärgert: Unbekannte Täter haben in der gesamten Innenstadt und an der Bielefelder Straße ab der Aral-Tankstelle ortsauswärts sämtliche Wahlplakate der Partei von den Masten gerissen und gestohlen, etwa 25 Stück an der Zahl. Ortsvorsitzender Andreas Honsel beklagt weniger den materiellen Schaden als den Tatbestand als solches: „So etwas verstößt gegen die Grundregeln der Demokratie. Man kann ja anderer Meinung sein als die FDP, aber so etwas geht zu weit.” Wer als Täter in Frage kommt, steht für ihn fest: „Das muss jemand aus dem linken Lager gewesen sein.” Darauf deute auch hin, dass zur gleichen Zeit am Schaukasten der CDU rote Buttons mit Parolen der Partei »Die Linke« aufgeklebt wurden. Honsel hat inzwischen bei der Polizei Anzeige erstattet.
Haller Kreisblatt/Anja Hanneforth - Am Sonntagabend war der FDP-Ortsvereinsvorsitzende zur Tankstelle gefahren. Schon da sei ihm aufgefallen, dass da keine FDP-Plakate hingen. „Aber irgendwie habe ich mir nichts dabei gedacht.” Als er am Montagmorgen zur Arbeit fuhr, ging ihm erst auf, was passiert war: „Alle Plakate in der Innenstadt waren weg!” Die Täter müssen also aller Wahrscheinlichkeit nach in der Nacht von Samstag auf Sonntag ans Werk gegangen sein. Das, da ist sich Honsel sicher, hat es in Werther in dieser Form noch nicht gegeben. „Dass mal ein oder zwei Plakate abgerissen oder besprüht werden, ist normal. Aber so etwas? - Das hat System.”
Honsel hat sich inzwischen umgehört, alle übrigen Plakate der anderen Parteien hängen noch, „hier steckt also klar eine politische Motivation dahinter”, sagt er. Über die Täter kann er nur spekulieren, dass sie aus dem linken Spektrum kommen, steht für ihn allerdings fest.
Das sehen Landtagskandidat Thomas Seidenberg und Werthers FDP-Fraktionschef Jan-Holm Sussieck genauso. „Das war kein Dumme-Jungen-Streich”, sind sie sich sicher und fordern im Wahlkampf Fairness von allen Beteiligten. Seidenberg: „Dass es jemand nötig hat, Plakate abzureißen, zeigt, dass ihm die Argumente ausgehen.” Aus Werther, das bezweifeln sowohl Seidenberg als auch Sussieck, kommen die Täter eher nicht. „Ganz sicher jedenfalls nicht aus unserem politischen Umfeld. Hier wird ehrlich gestritten”, so Sussieck.
Zur gleichen Tatzeit, da die FDP-Plakate abgerissen wurden, wurden auf dem CDU-Schaukasten schwer entfernbare rote Buttons mit Parolen der Partei »Die Linke« aufgeklebt. „Auch vor den benachbarten Auslagen des Heimatvereins und des CVJM machten die Täter nicht halt”, berichtet CDU-Fraktionschef Ulrich Buchalla. Hier seien die Schaukästen mit ähnlichen Sprüchen bedacht worden. „Das Vorgehen entlarvt die undemokratische Vorgehensweise dieser Ver(w)irrten”, unterstreicht der CDU-Ortsverband in einer ersten Stellungnahme. Ein Tatzusammenhang mit dem Entfernen der FDP-Plakate sei offensichtlich.
Wie Karl-Heinz Stehrenberg, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Gütersloh, auf Anfrage mitteilte, seien derartige Aktionen keine Seltenheit. „Bei jeder Wahl kommt das im Kreis mindestens einmal vor”, sagte er. So seien anlässlich der Bundestagswahl 2009 in Gütersloh 60 Plakate der SPD gestohlen worden. Der Verdacht liege nahe, dass es sich bei den Tätern entweder um Gegner der betroffenen Partei oder um Sympathisanten der anderen Parteien gehandelt habe; ermittelt hätte man die Täter leider nicht, so dass er dies abschließend nicht sagen könne.
Die FDP hat inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und hofft, dass die Bürger bei der Aufklärung des Plakatdiebstahls helfen können. In den nächsten Tagen wird die FDP Ersatzplakate aufhängen.
Team Werther, 21.04.2010, 06:53 Uhr |