Langenheide hat jetzt Grund zu hoffen
In einer lebhaften Diskussion im Sportausschuss hat sich vor ungewöhnlich vielen Zuhörern abgezeichnet, dass ein Kunstrasenplatz möglicherweise zunächst in Langenheide entstehen könnte. Über den endgültigen Vorschlag der Verwaltung entscheidet der Ausschuss im April.
Westfalen-Blatt/Stephanie Stallmann - Vier mögliche Varianten hat Bürgermeisterin Marion Weike am Montagabend vorgestellt, mit denen, wie berichtet, sowohl der SV Langenheide als auch der SV Häger einen neuen Platz bekommen sollen. Nach Berechnungen eines Architekturbüros, auf die die Verwaltung sich stützt, würde der Kunstrasenplatz in Häger 686.000 Euro, der Platz in Langenheide 573.000 Euro kosten. Finanziert werden sollen die Plätze über 354.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II, das Werther laut Ratsbeschluss vom vergangenen September ausschließlich in den Sport stecken will. Hinzu kommen eine Eigenleistung der Vereine sowie Darlehen, die von den Vereinen und der Stadt aufgenommen werden müssten. Getilgt werden soll das städtische Darlehen in einem Zeitraum von 20 Jahren mit der Sportpauschale in Höhe von 40.000 Euro, die das Land NRW der Stadt jährlich zahlt.
Klar ist, dass im laufenden Jahr nur ein Platz gebaut werden kann, der andere muss bis 2012 warten. Aus organisatorischen Gründen könnte Häger hier den Kürzeren ziehen. Weil das Grundstück, auf dem der Kunstrasen in Häger gebaut werden soll, derzeit noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist, müsste hier zunächst in Absprache mit der Bezirksregierung der Flächennutzungsplan verändert sowie ein Lärmschutz- und Bodengutachten erstellt werden.
Das kann Zeit kosten, die die Stadt für die Verwendung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II nicht hat. »Das Geld ist an die Bedingung gekoppelt, dass bis zum 31. 12. 2010 mit dem Bau begonnen werden muss«, erläutert Weike. »Es gibt ein gewisses Zeitrisiko, weil wir nicht wissen, ob der Spatenstich in Häger vor dem 31. Dezember möglich wäre, es ist aber nicht völlig ausgeschlossen.«
Heike Wäger (UWG) riet unter diesen Bedingungen von dem Vorschlag ab, erst den Sportplatz in Häger zu bauen: »Wir riskieren damit, dass wir das Geld in den Wind schießen. Das ist bei dieser Summe ein Wahnsinn.« Hitzig diskutiert wurde auch die Tatsache, dass die Verwaltung in allen Varianten die Sportpauschale in die Finanzierung mit eingerechnet hat. »Es gibt in Werther nicht nur Fußballvereine, darum ist es unter dem Aspekt der Gerechtigkeit äußerst schwierig, dieses Geld auf 20 Jahre zu binden«, sagte Karl-Hermann Grohnert (CDU) und bekam Unterstützung von Heinz-Peter Kuhlmann (Grüne).
Auch Hanns Lindemann (SPD) warnte davor, Zuschüsse zu verplanen, von denen nicht sicher sei, dass sie auf Dauer weiter gezahlt würden. Sein Parteigenosse Bodo Brinkmann betonte hingegen, dass beim Fußball ein großer Personenkreis von der Investition profitiere, dass der Platz eine positive Außenwirkung für die Stadt und eine wichtige Bedeutung für die Jugendförderung habe.
Udo Lange (SPD) schlug vor, im endgültigen Vorschlag der Verwaltung einen Teil der Sportpauschale zu retten. »Ich denke, das hätte auch eine wichtige Symbolwirkung für die anderen Vereine.« Angeregt wurde auch, mit den Vereinen über Möglichkeiten zur Reduzierung der laufenden Kosten zu sprechen.
Freuen kann sich der BV Werther, denn die Sanierung der Umkleidegebäude Meyerfeld ist in allen Varianten der Verwaltung inbegriffen. Die erforderlichen 72.000 Euro sollen aus Energiesparmitteln im Jahr 2011 abgezweigt werden.
Nach der Diskussion im Fachausschuss beraten nun die Fraktionen, bevor es im April zu einer Entscheidung über den endgültigen Vorschlag der Verwaltung kommt, die dann vom Rat abgesegnet werden muss
Team Werther, 17.03.2010, 11:00 Uhr |