Werther wählt SPD vor CDU und ganz viel Grün Annemarie Benndorf freut sich »direkten Draht nach Düsseldorf«
Die SPD liegt auch in Werther bei der Landtagswahl mit 39,72 Prozent deutlich vor der CDU mit 34,31 Prozent. Damit spiegelt sich lokal das Ergebnis auf Landesebene wider. Deutlicher noch als in Düsseldorf sind die Grünen Wahlsieger in Werther: mit 17,26 Prozent - nicht zuletzt aufgrund der Popularität des lokalen Kandidaten Thorsten Schmolke.
Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 65 Prozent in Werther sogar über dem Landesdurchschnitt mit 62,2 Prozent. In fast allen Wahlbezirken liegt die SPD vor der CDU, nur im Bürgerhaus Häger und bei der Briefwahl II konnte die CDU mehr Stimmen für sich gewinnen. Die Linke liegt in Werther mit 5,5 Prozent der Zweitstimmen hinter der FDP mit 6 Prozent. Mit der Zweitstimme wählten immerhin 1,3 Prozent der Wertheraner rechte Parteien wie NPD, REP und Pro NRW. Auch die Piraten-Partei konnte 1,2 Prozent der Wähler für sich gewinnen.
»Wir sind sehr froh und glücklich darüber, dass Georg Fortmeier einen so klaren Sieg errungen hat und freuen uns über den direkten Draht nach Düsseldorf«, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Annemarie Benndorf. »Ich habe zwar auch gegenteilige Aussagen gehört aber ich finde, Herr Kozlowski hat sich sehr rar gemacht auf kommunaler und Kreisebene. Wir wissen, dass wir uns auf Herrn Fortmeier verlassen können - ich denke, dass das in den nächsten fünf Jahren auch Auswirkungen für unsere Region haben wird, weil wir jetzt auf die Landespolitik Einfluss nehmen können«. Insbesondere was den Öffentlichen Personen Nahverkehr und den Straßenausbau angeht, seien noch Wünsche offen, sagte sie.
Auch Bürgermeisterin Marion Weike sieht Vorteile für Werther durch das Wahlergebnis: »Wichtig finde ich, dass die Einkommensteuerveränderung im Bundesrat nicht mehr möglich ist, denn dann hätten uns in Werther 400 000 Euro im Haushalt gefehlt«, sagte sie. Das Thema der Finanzen in den Kommunen müsse künftig an erster Stelle stehen, appellierte sie. Als Bürgermeisterin wolle sie sich zu einem möglichen Bündnis mit den Linken nicht äußern.
Annemarie Benndorf möchte nach der negativen Erfahrung im Bund vor allem eine große Koalition für NRW ausschließen. »Da hat die SPD gar nicht gut abgeschnitten, obwohl sie gute Politik gemacht hat.« Außerdem sieht sie im Bildungsbereich unüberbrückbare Differenzen zwischen SPD und CDU. »Mir ist es am wichtigsten, dass sich in diesem Thema etwas verändert. Dafür wäre mir jede Koalition recht«, sagt sie im Hinblick auf eine mögliche Koalition mit den Linken, die Rot-Grün zur Mehrheit bräuchte.
Der Kandidat der Grünen, Thorsten Schmolke, freute sich unterdessen über die guten Wahlergebnisse in seinem Heimatort. »Ich persönlich gehe sehr gestärkt in die Politik vor Ort und möchte grüne Politik im Rat und im Kreis voranbringen. Ich bin in Werther bekannt und offenbar auch geachtet. Dass die Grünen wie schon bei der Kommunalwahl viele Erststimmen bekommen haben ist ein Zeichen dafür, dass sie offenbar Politik machen können«, sagte er.
aktualisiert von Team Werther, 11.05.2010, 11:43 Uhr |