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12.08.2010, 11:39 Uhr
Neue Bio-Gasanlage kommt
Bauausschuss stimmt Bauantrag von Pahmeyer und Junge-Wentrup zu
Biogas ist für die Politik in Werther kein unproblematisches Thema mehr. Der Schatten einer langjährigen Auseinandersetzung um die Erweiterung der Biogasanlage Pahmeyer in Rotenhagen lag am Dienstagabend über der Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt im Rathaus der Böckstiegelstadt. Ende 2008 hatte eine Mehrheit aus CDU, UWG und Grünen den Erweiterungsantrag der Betreiber Dr. Stefan Junge- Wentrup und Uwe Pahmeyer nach zweijährigem Verfahren abgelehnt. Am Dienstag war der Ausschuss in den Ferien zu einer Sondersitzung zusammengekommen, weil noch bis Ende des Monats über die Errichtung einer Biogasanlage unweit des Hofes Junge-Wentrup an der Rotingdorfer Straße entschieden werden musste.
„Wir haben es hier mit einer Anlage nach Paragraf 35 Baugesetzbuch zu tun, die an den Betrieb gebunden ist, nicht mehr als 500 Kilowatt Leistung entwickelt und damit zulässig ist“, sagte Heiko Hellweg vom Bauamt. Im Gegensatz zur bestehenden Anlage beim Hof von Uwe Pahmeyer in Rotenhagen soll die Anlage beim Hof Junge-Wentrup nach dem NaWaRo-Prinzip überwiegend mit Maissilage von hofeigenen Flächen und von Höfen in der Umgebung betrieben werden. Dazu kommt fester und flüssiger Wirtschaftsdünger. „68 Prozent sollen Mais, 28 Prozent Gülle und drei Prozent Hühnermist sein“, erklärte Hellweg.

Jürgen Wächter (CDU) wollte wissen, ob die rund 16 Meter hohen Gebäude der Anlage begrünt werden, „damit sie sich auf Dauer in die Landschaft einfügen“. „Es ist eine umlaufende Bepflanzung vorgesehen“, erklärte Bauamtsleiter Jens Kreiensiek daraufhin. Jörg-Rainer Heining (UWG) fragte, welche Geschäftsführer sich hinter der Biogas Werther GmbH verbergen, die den Bauantrag für die Biogasanlage gestellt habt. Das tue nichts zur Sache, betonte Heiko Hellweg. Er nannte dann aber doch die Namen Uwe Pahmeyer und Dr. Stefan Junge-Wentrup.

Als Peter Plümer (FDP) Aussagen der Verwaltung zur Geruchsbelästigung und zum Gärsubstrat haben und wissen wollte, wie denn die Stromleitung zu der Anlage gelegt werde, griff Bürgermeisterin Marion Weike ein. „Die Leitung ist mit dem Stromversorger geklärt“, beschied sie den Fragesteller. „Für den Geruch ist der Kreis Gütersloh zuständig und für die Eignung des Gärsubstrates als Dünger die Landwirtschaftskammer“, fügte Hellweg hinzu. „Bei diesem Verfahren haben wir als Stadt nur planungsrechtliche Fragen zu klären“, betonte Weike.

Bei der Erweiterung der bestehenden Anlage sei es dagegen um die Aufstellung eines Bebauungsplanes gegangen und da habe eine Kommune ganz andere Möglichkeiten. „Es geht heute nur um die Frage der Zustimmung und um mögliche rechtliche Folgen bei einer Ablehnung des Antrages“, sagte Weike.

Trotz dieser Klarstellung gab es insbesondere Fragen nach einer möglichen Nutzungsänderung der Anlage in der Zukunft. „Wie kann verhindert werden, dass die Anlage vom NaWaRo- Prinzip auf die Abfallentsorgung der bestehenden Anlage umgestellt wird?“, wollte Wolfgang Böhm (Grüne) wissen. „Genehmigt wird eine Anlage nach dem NaWaRo-Prinzip“, sagte dazu Kreiensiek. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass sich die politischen Rahmenbedingungen für solche Anlagen in der Zukunft ändern und dann könne auch eine andere Nutzung möglich sein“, meinte Weike.

„Mit solchen Fragen sollte man vorsichtig sein“, mahnte der Ausschussvorsitzende Rainer Schütz (SPD). Es könne der Eindruck entstehen, man wolle den Betreibern etwas unterstellen. Das habe er auf keinen Fall gewollt, beeilte sich Böhm zu versichern. Für die CDU erklärte Karl- Hermann Grohnert die Zustimmung, „weil der Fall anders liegt als bei der Erweiterung“. „Wir freuen uns über die Zustimmung der CDU“, kommentierte Johannes Lindemann (SPD) die Aussage. 13 Ausschussmitglieder sprachen sich schließlich für das gemeindliche Einvernehmen aus, fünf enthielten sich. Die Anlage kann danach gebaut werden.
aktualisiert von Team Werther, 12.08.2010, 11:47 Uhr