CDU aktuell

13.02.2008, 17:57 Uhr

Ausgewogene Presse angemahnt

Die Ansicht der CDU-Fraktion wird leider in der Tagespresse aus Sicht der Ortsunion nicht sachlich korrekt dargestellt. Besonders im „Westfalen-Blatt“ erscheint die Berichterstattung unkritisch und einseitig im Sinne der Betreiber und Antragsteller. Deshalb hat Ulrich Buchalla als Fraktionsvorsitzender die Zeitung um eine ausgewogenere Berichterstattung gebeten.

Werther - Die Bedenken gegen eine Anlage in einem Landschaftsschutzgebiet, die neben Wirtschaftsdüngern auch Kofermente aus nachwachsenden Rohstoffen, Bioabfällen oder tierischen Stoffen verarbeitet, werden oft trotz strenger gesetzlicher Auflagen ignoriert. Auch für Gülle- und Fäkalienimporte gibt es neue, strenge gesetzliche Vorgaben!

Auch die Einschätzung von zu Rate gezogenen Fachleuten wird in der Öffentlichkeit kaum hinterfragt. Ein Beispiel sind die unseres Erachtens falschen Angaben von Herrn Niehage von der Bezirksregierung über die zu verarbeitenden Mengen und die so genannten O-Proben. Ein anderes ist die offensichtliche Fehleinschätzung des "renommierten Analysefachmanns" (Westfalen-Blatt) Dr. Noll, die durch das für die EU und auch für das Bundesumweltamt tätige und eindeutig fachkundigere Institut für Umweltanalyse korrigiert wurde. Dieses Institut wurde erst später eingeschaltet, vermutlich weil es ein CDU-Vorschlag (vom November 2007) war. Die dadurch verursachte zeitliche Verzögerung haben wir nicht zu verantworten!

Hätte nicht auch der Umwelt-Unfall an der Anlage der Bioenergie Werther vom 8. Februar 2007 Folgen in der Presse haben müssen? Den hatte Herr Niehage von der Bezirksregierung übrigens so beurteilt: "Der Straftatbestand der unerlaubten Abfallentsorgung ist außerhalb der Vegetationsperiode erfüllt". Getan hat sich aber trotz der Kenntnis der Behörden, u. a. der Stadtverwaltung Werther, überhaupt nichts.

Die anstehende Novellierung der Bioabfallverordnung gemäß Beschluss der Agrarministerkonferenz mit Verringerung der Schadstoffgrenzen und neuer Reglementierung des Inputs macht den Betrieb einer Biogasanlage, wie sie in Rotenhagen geplant ist, in der bisherigen Form mit Flotaten und Darminhalten fraglich.

Aufgerüttelt haben sollte die Umweltkatastrophe durch eine Biogasanlage in Lichtenau im Kreis Paderborn! Ein Computerfehler hatte ein Ventil geöffnet und dadurch wurde ein kleiner Fluss auf Jahre biologisch zerstört. Über diesen Vorfall vom 16. Januar 2008 schrieben die örtlichen Medien: "Die Bedenken im Planungsverfahren wurden nicht ernst genommen. Überprüfungen der gesetzlichen Vorgaben werden für unabdingbar gehalten."

In Werther dagegen werden auch kritische Leserbriefe und Stellungnahmen inhaltlich und nicht wegen der Länge im Sinne der Redaktion gekürzt. Eine von der GNU vorbereitete Gegendarstellung zu einem Westfalen-Blatt-Interview mit Herrn Niehage von der Bezirksregierung wurde nicht veröffentlicht. Angeblich sei in dieser Sache schon alles gesagt worden.

aktualisiert von Team Werther, 13.02.2008, 18:31 Uhr